IXS German DH Cup – Winterberg 2008
Nachdem ich ein paar Tage vor dem Event in Winterberg doch noch einen Startplatz bekommen habe musste erst mal alles schnell organisiert werden. Wir, Basti und ich, sind bereits am Mittwoch losgefahren. Mein Last Herb war leider noch nicht voll einsatzbereit, also musste ich die ersten beiden Tage mit geliehener Gabel und altem Dämpfer fahren – vielen Dank an Johannes Müller an dieser Stelle.
Basti und ich haben Mittwoch und Donnerstag so viel trainieren können, daß wir eigentlich nur noch zum Warmfahren hätten auf die Strecke müssen, wenn da nicht das Thema mit der Gabel und dem Dämpfer gewesen wäre. Am Freitag früh kam endlich das ersehnte Päckchen, daß mir meine Frau per Express nachgeschickt hat, bei meiner Pension an.
Also haben wir Freitag morgens mein Bike umgebaut, danach sind wir zum Fahrerlager und haben die Zeit bis 14:00 Uhr totgeschlagen. Na ja nicht ganz, Startnummer holen und mit Freunden quatschen.
Das Schöne an diesen Veranstaltungen ist, daß man die Leute trifft, die man das ganze Jahr über nicht sieht.
Nun war es soweit, das offizielle Training konnte beginnen, wobei ich nun damit beschäftigt war das neue Fahrwerk abzustimmen. Der Dämpfer funkionierte auf anhieb sehr gut, an der Gabel musste ich etwas mit der Luft experimentieren. Nach vier Abfahrten hatte ich so in etwa die Einstellung für die Gabel gefunden.

Am Samstag morgen sind Basti und ich noch 3 mal gefahren, da jeder von uns einen wunderbaren Lauf hatte, haben wir diesen in eine Dose gepackt um ihn später zum Seeding Run wieder frei zu lassen.
Das erinnert mich an eine Begegnung, die zwei Kollegen mit dem Marcus hatten. Sie standen so an der Strecke und diskutierten, wie man wohl hier am besten fährt. Irgendwie sind sie mit dem Marcus ins Gespräch gekommen, er meinte nur: “do musst d’Wolf raushola und voll steha lassa”. In diesem Moment waren sich beide, glaube ich, nicht sicher, ob sie darauf antworten sollen — na ja egal. Ist auf alle Fälle eine Alternative.
Seeding Run war für mich richtig gut, hatte lediglich zwei kleine Fehler. Meine Zeit war 01:54,286 was bei uns alten Säcken den Platz 6 bedeutete. Das war erst mal eine gute Ausgansposition für den Sonntag.
Sonntag morgen, es regnet — der Wetterbericht stimmt. Hmm, OK – egal ist ja nur Wasser. Basti hat mich wie immer morgens abgeholt, wir haben noch schnell Reifen gewechselt und sind zum Training. Das Training klappt bei mir wunderbar, der Reifen rutscht kontrolliert durch die Kurven und hält am zweiten Steinfeldchen ebenfalls. Beim Basti lief es allerdings alles andere als gut, bei der ersten Abfahrt ist er mit dem Knie an einem Baum hängen geblieben und hat es sich verdreht. Nicht ganz sicher ob er noch eine Abfahrt machen will ist er letztendlich doch mit gekommen. In dieser Abfahrt hat er sich ins Fangnetz katapultiert, was nicht ohne Folgen geblieben ist. Vermutlich eine schwehre Hüftprellung und natürlich ein riesen großes Hämatom, damit war das Rennen für ihn gelaufen.
Nachdem er meinte es ist soweit alles OK, bin ich zu meinem Rennlauf gegangen. Nicht bedacht hatte ich allerdings, daß es seit ca. 1,5 Std nicht mehr regnete — ich hätte Reifen wechseln sollen.
Start, ich trete und bemerke bereits in der dritten oder vierten Kurve, daß die Strecke abgetrocknet ist und denke noch: “du hast die falschen Reifen drauf”. Am ersten Double vorbei, Kurve innen durch und gleich links hoch um über die innere Linie auf den zweiten Double zuzufahren. Schwupp, das Vorderrad ist einfach weg, ich schlage hart auf und sehe wie mein Bike rutscht, als wolle es den ganzen Berg runterrutschen. Plötzlich höre ich Anfeuerungsrufe, springe auf, nehme mein Last << ich habe noch genung Platz zum Antreten, damit ich den zweiten Double springen kann>> trete rein und es rattert nur so vor sich hin. Ich kann nicht richtig treten und nehme als Notaus den Chickenway, denke nur so vor mich hin: “hoffentlich hällt’s bis runter”. Was ist kaputt, ist es das Schaltwerk was mir jede Sekunde das Hinterrad blockiert oder die Kettenführung? Ich trete einfach weiter, fahre natürlich viel zu schnell in die nächsten Abschnitte — irgendwie komme ich dennoch durch. Am zweiten Steinfeldchen fahre ich wie immer meine Linie ganz innen und Vollgas. Plötzlich steht das Rad quer im Steinfeld, in diesem Moment habe ich einfach getreten und mich, wie auch immer, durchgemogelt. In das zweite neue Stück bin ich sauber und schnell rein und durch, leider viel zu schnell bei der Ausfahrt, so daß ich den Double vor dem Holzdrop durchrollen musste. Der Rest war dann soweit wieder OK.
Im Ziel hab ich dann gesehen was passiert war, die untere Kettenführungsrolle war nach innen gebogen. Meine Zeit im Ziel war dann 02:07,340 und somit Platz 5.
Stieven Harmening