Garmisch IXS Cup 2007
Los ging es am Freitag früh um 05:00 Uhr. Auf dem Weg nach Garmisch zunächst bestes Wetter, jedoch änderte sich dies bereits auf halber Wegstrecke – Regen. Hmm, na egal, ist sowieso alles naß im Zugspitzgebiet. Bin dann gegen 09:00 Uhr angekommen, es regnet so vor sich hin. Das Fahrerlager ist noch nicht wirklich gefüllt.
Ich treffe Boris und seine Kollegen, die gerade aus dem Zelt kriechen. Kurz darauf machen wir uns auf den Weg zur Streckenbesichtigung, allerdings haben die Jungs keine Lust die gesamte Strecke abzulaufen. Also setze ich meinen Marsch alleine fort. Die Strecke ist einfach nur genial, sehr steil, viele hängende Kurven, lockerer frischer Nadelwaldboden = jede Menge Wurzeln, keine künstlichen Sprünge.Es wurde einfach im Wald eine Strecke abgesteckt, frisch und unberührt.
Um 14:00 Uhr geht’s zum Training, der Boden ist wie erwartet sehr weich und stellenweise bereits tief. Ich fahre drei mal und gehe danach noch mal die Strecke ablaufen, kann mir immer noch nicht merken wann was kommt.
Am Samstag wird es langsam besser, ich kann die einzelnen Streckenabschnitte zuordnen. Die Linien des Vortages sind allerdings nicht mehr die Besten. Jetzt heißt es dort zu fahren, wo sonst nur wenige fahren, somit hat man den besseren Grip und kann sicherer fahren.
Im Seeding Run läuft es ganz gut, im oberen Teil bleibe ich mal kurz mit dem Pedal im Fangnetz hängen, den Busstop nach dem Bächle muss ich hochschieben. Die Einfahrt zum ersten Steilstück klappt ebenso wie die Ausfahrt – ich bin ganz gut unterwegs. Am Wiesensteilstück liegt ganz unten ein Kollege, ich schaue und fahre so ein, dass ich eigentlich an ihm vorbeifahren kann. Leider steht er im falschen Moment auf, schaut nicht nach oben, hebt sein Rad hoch und bewegt es in meine Fahrtrichtung. Da an dieser Stelle die Bremsen offen sind, fahre ich voll in ihn rein – Sturz und gepurzel im Matsch. So eine Scheiße, aufgerappelt und weiter hinein ins nächste Steilstück. Immer noch voll aufgedreht vom Sturz fahre ich noch mal vorn Baum.

Der Rest geht dann ganz OK. Das bringt mich auf Platz 3 mit einer Zeit von 04:40,68.
Das Training am Sonntag entwickelt sich zum totalen Chaos, ich stürze an jeder nur erdenklichen Stelle. Die Ausfahrt des ersten Steilstückes wird zum persönlichen Stressteil erklärt, dort habe ich mich im Training besonders übel abgelegt.
Ich spiele teilweise mit dem Gedanken das Rennen sausen zu lassen, gehe aber wie automatisch zum Shuttle und hoch zum Start.
Dort warten wir, die Strecke wird zwei mal gesperrt, es beginnt leicht zu regnen – meine Nerven platzen gleich. Endlich, die Strecke ist frei – einer nach dem anderen rollen wir zur Startuhr und fahren los. Ich fahre nahezu fehlerfrei das obere Stück, ausgenommen den Busstop nach besagtem Bach. Jetzt kommt’s, die Einfahrt ins erste Steilstück passt gut, ich fahre ganz rechts am Baum vorbei auf frischen Waldboden – jetzt noch die Ausfahrt – ich verbremse mich irgendwie und Stürze. Schnell wieder auf’s Rad, Lenker verbogen – ich richte ihn so gutes geht und fahre weiter. Was ist das, Kurbel verbogen oder Pedalgewinde herausgerissen ?? Es eiert wie verrückt, ich denke so vor mich hin: „brich jetzt bitte nicht ab“.
Jetzt das Wiesensteilstück, ich fahre ganz links und komme wunderbar bis zum nächsten Steilstück. Hier fahre ich ganz links unten ein und rutsche mehr runter als daß ich fahre, egal, es geht weiter den kleinen Drop runter und auf das letzte Teilstück. Hier pedaliere ich so gut es eben geht mit der Kurbel, die dann bis ins Ziel hält.

Am Ende habe ich eine Zeit von 04:34,46. Das bringt mich auf Platz 4 und verhilft mir in der Gesamtwertung des IXS German DH Cup 2007 zum dritten Platz.
Ich finde wir sollten mehr solche Strecke in Deutschland haben.
Stieven Harmening
Mittwoch 3. Oktober 2007 um 12:17
Klingt nachm spassigen Wochenende trotz der Schlammschlacht.
Glückwunsch zum 3. Platz!
Montag 5. November 2007 um 11:44
Auch von mir herzlichen Glückwunsch zum Platz 3 in der Gesamtwertung.
Grüße MoMo
Sonntag 23. März 2008 um 15:04
Deine Brichte lesen sich spannend. Auch ich gratuliere Dir zum dritten Platz